Ulrich von Liechenstein

Der Minnesänger aus dem Mittelalter ist Symbol für, erlebbare Landgeschichten aus verschiedenen Zeitepochen dieser Region.

Es war einmal ein steirischer Ritter aus Judenburg mit Namen Ulrich von Liechtenstein, der seltsamer Kauz, politischer Kopf und närrischer Minnesänger zugleich war.

Der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein (1200 – 1275) nahm im Laufe seines Lebens an vielen prächtigen ritterturnieren mit abenteuerlichen reisen teil. er verbrachte mit seinem Gefolge, wie in seinen Geschichten „Frauendienst“ beschrieben, immer wieder Zeit, im Raum zwischen Gloggnitz , Neunkirchen und Wr. Neustadt. Bei seiner „Venusfahrt“ in den Jahren 1227 wurde auch das schloss Katzelsdorf erwähnt. eine 1240 neuerlich unternommene reise, führte ihn als „König Artus“ verkleidet“, wieder in den Raum um Wr. Neustadt, wo er den Herzog Friedrich II traf.

 

Marschall der Steiermark

Wegen des Verdachts der Verschwörung ließ ihn König Przemysl Ottokar (der nach den Babenbergern über Österreich und Steiermark herrschte und später gegen Rudolf von Habsburg kämpfte) für sechs Monate ins Gefängnis werfen und zwei seiner Burgen zerstören. Drei Jahre später ernannte ihn derselbe König wegen seiner Verdienste zum Marschall der Steiermark und 1272 zum Landesrichter.

Aus Freude an der Poesie war Ulrich aber auch Dichter. Bloß er konnte weder lesen noch schreiben, also diktierte er einem Schreiber seine Werke. 1255 verfasste er mit seiner fiktiven Autobiografie „Frauendienst“ den ersten Ich-Roman in deutscher Sprache.

Was aber wissen wir vom Leben dieses „Narren im hohen Dienst“ wirklich? Ulrich von Liechtenstein wurde um 1200 als Sohn eines Kämmerers in Judenburg geboren und genoss von Kindheit an die Ausbildung eines Ritters im Hochmittelalter. Er diente einer edlen Dame, die er sein Leben lang in Minneliedern verehrte, als Page. Von 1215 bis 1219 war er Knappe bei Markgraf Heinrich von Istrien, 1223 wurde Ulrich in Wien vom Babenbergerherzog Leopold VI. zum Ritter geschlagen.